Ballonfahrt - Leiser Berge
(von Hipples nach Merkersdorf)
25. April 2003

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Es wurde aber auch schon höchste Zeit: Endlich sind auch wir blaublütig!
Aber ich berichte lieber der Reihe nach!

Kurz entschlossen buchen wir am Freitag, dem 25. April 2003, eine Ballonfahrt. In einem für unsere Schwiegereltern reservierten Plan sind noch zwei Plätze frei, die wir zu günstigeren Konditionen bekommen, wenn wir sofort zusagen. Natürlich sind wir dabei!

Der Startplatz liegt außerhalb von Wien, der genaue Punkt des Abhebens wird erst nach einer letzten genauen Kontrolle von Windrichtung und -stärke fixiert.

Kurz vor dem geplanten Start füllt unser Kapitän einen Luftballon mit Gas, lässt ihn aufsteigen und dann...

... werden seine Flugrichtung und Steigrate genau verfolgt und analysiert. Danach trifft unser Chef die schicksalsschwere Entscheidung:
Start auf dem Fußballplatz der nächsten Ortschaft namens HIPPLES.

In wenigen Minuten sind wir mit dem Auto dort. Korb, Ballonhülle, Gasflaschen und anderes Technikzeug werden ausgepackt und aufgebaut.

Die Mitreisenden und deren Begleitpersonen auf dem Boden müssen mit Hand anlegen, um die riesige Ballonhülle zu entrollen.

Nun wird Luft in die schlaffe Ballonhülle eingeblasen: Das Ding beginnt sich zu bewegen. Es lebt!

Ich erhasche einen kurzen Blick ins Innere der Hülle, die noch nicht einmal zur Hälfte mit Luft gefüllt ist.

Dann wird auch schon zusätzlich der Brenner angemacht. Warme Luft füllt nun die Hülle unseres Gefährts.

Es geht voran. Bald ist der Ballon halbvoll.

Die zweite Hälfte geht dann schon schneller. Es ist ein toller Anblick, wenn sich der Gigant aufrichtet.

Unser Ballonführer gibt nach einer kurzen Unterweisung am Boden den Befehl zum Einstieg in den Korb.

Noch einige feste Brennerstöße und wir heben lautlos und sanft vom Boden ab.

Zuerst langsam, dann immer schneller, gewinnen wir an Höhe. Noch erkennen wir die Gesichter jener, die uns begleitet haben und ...

... uns jetzt nachwinken. Fotos werden in beide Richtungen geschossen ...

... und bald gewinnen wir an Höhe. Es geht recht rasch. Schnell werden die Autos und Häuser zu Spielzeug unter unserem Korb ...

... und kein Laut dringt mehr zu uns herauf. Der Platz in der Gondel - oder besser gesagt im Korb - ist nicht überragend. Der Kapitän und fünf Passagiere haben es neben Gasflaschen und anderen Geräten recht eng.

Als wir über den ersten kleinen Wald fahren, sind unsere Bekannten bereits unseren Blicken entschwunden. Sie steigen nun in ihre Autos und folgen unserem Ballon am Boden.

Hier der Verlauf unserer Reise: Wir heben kurz nach 19 Uhr in Hipples ab und werden nach etwa 90 Minuten Fahrtzeit auf einem Feldweg der Gemeinde Merkersdorf niedergehen. Das wissen wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht, denn der Wind bläst nicht kontinuierlich und wechselt auch ein paar mal seine Richtung.

Schnell steigen wir auf eine Maximalhöhe von 1018 m über dem Meer. Starthöhe war etwa 200 m. Also befinden wir uns gut 800 m über Grund. Die schnellen Feuerstöße des  Brenners haben uns rasch auf diese Höhe gebracht.

Es ist total still, nur die Brennerstöße, die etwa alle 20 Sekunden erfolgen. machen einen gehörigen Lärm und bringen meine Glatze jedes mal fast zum Erglühen. Andrea genießt hier die Reise und die gute Fernsicht.

Manu und ich gestehen uns ein wenig Flattern in der Unterhose ein; ein Sturz aus dem Korb wäre absolut tödlich. Aber dazu kommt es ja nicht.
Neben Manuel sicht man deutlich das digitale Höhenmessgerät.

Im Moment zeigt es 339 m Höhe bei einer Sinkgeschwindigkeit von etwa einem halben Meter pro Sekunde an. Das Steigen und Sinken wird zusätzlich durch einen Ton, der seine Höhe je nach dem Ballon- verhalten ändert, angezeigt. Höhenänderungen von mehr als 4 m pro Sekunde verursachen eine Drehung des Gefährtes.

Alle Mitreisenden erkennen Details in der gemächlich unter uns dahin ziehenden Landschaft. Dort ein Aussichtswarte, hier ein Schloss und da noch dieses Kalksteinwerk.

Der Kapitän macht dann sogar noch mit den Kameras der Reisenden das eine oder andere Gruppenbild als Erinnerung.

Alle sind frohen Mutes, keiner hat Angst ?!

Behutsam verringern wir die Höhe, die Ortschaften, Felder, Straßen und Wege kommen wieder näher.

Bei Manuel kehrt langsam die Gesichtsfarbe wieder, auch der Fotograf hat sich an die permanente Gefahr langsam gewöhnt.

Über Funk nimmt unser Pilot "Ivan der Schreckliche" Kontakt mit den Bodenfahrzeugen auf. Er gibt die Richtung des Ballons und den ungefähren Landungspunkt an seine Frau durch. 

Langsam aber sicher versinkt die Sonne - ein herrliches Schauspiel aus der Höhe und in dieser Stille.

Unten erkennen wir bereits den Konvoi der Begleitfahrzeuge, die über Funk weiter zum voraussichtlichen Landeplatz dirigiert werden.

Bald schweben wir nur mehr wenige Meter über dem Boden, sodass man vom Korb aus Blätter von den Bäumen pflücken kann.

Die Bevölkerung winkt uns zu, Grußworte werden gewechselt, ...

... noch zwei oder drei Flammenstöße -  und schon setzen wir zur Punktlandung auf einem Feldweg auf. So etwas nennt man eine "Hofratslandung".

Langsam kippt der Ballon, der Korb bleibt stehen und wir klettern erleichtert heraus. Wir haben wieder festen Grund unter den Füßen!

Alle sollten beim Verstauen der doch klobigen Utensilien behilflich sein. Ich bin davon befreit, weil ich für die Bilddokumentation verantwortlich bin.

Ermattet sitzt die Crew auf der zusammen gerollten Ballonhülle, ...
... die dann noch in den dafür vorgesehenen Sack verfrachtet werden muss.
Im nächsten Dorfgasthaus erfolgt dann die feierliche Zeremonie, die alle Mitreisenden zu Grafen oder Gräfinnen machen soll. Vom Ballon- führer erfahren wir viel über die Hintergründe dieses Brauches, bei dem ein Haarbüschel des zu Taufenden in Brand gesteckt und anschließend mit Alkoholischem gelöscht wird. Franz ist hier an der Reihe.
Dann wird Manuel zum Blaublütigen.
Auch Urkunden mit den adeligen Namen werden überreicht und die Rechte und Pflichten der frisch gebackenen Grafen erläutert.
Hier sieht man mich mit meiner Urkunde.
Im Wirtshaus geht es dann bei gutem Essen und Alkohol hoch her. Unser Kapitän entpuppt sich als welt- erfahrenes Multitalent: er ist schon fast alles und überall geflogen und gefahren.
Hier erklärt er uns noch, dass wir binnen 24 Stunden unsere gräflichen Namen auswendig zu können haben, ansonsten wir der frisch erworbenen Adeligkeit verlustig gehen.

                             

Das sind sie also: unsere Urkunden.

Andrea heißt ab sofort:
Gräfin Andrea von Merkersdorf, die im Himmel schwebende schöne Ritterin der strahlenden Abendsonne.

Ich nenne mich ab nun:
Graf Helmut von Merkersdorf, der in die kosmische Weite blickende und sanft am Wege gelandete edle Ritter der heißen Flamme.
 
Sollten Sie nun Gefallen an diesem wunderschönen Erlebnis gefunden haben, oder jemanden mit einer solchen Ballonfahrt beschenken wollen, dann gibt es auch Gutscheine für diesen Zweck:
 

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Mitfliegen: Und wer lieber durch die Luft fliegt als fährt, macht dies mit meinem Sohn Robert!
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