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Sie fängt alles Mögliche
an,
kaum die Hälfte davon bringt sie zu Ende.
So iss sie eben, meine zweite Frau.
Z.B. die Sache mit dem Lottoschein.
Sie geht an einer Trafik vorbei,
sieht das gelbe Schild „Doppeljackpot“
und schon iss sie drinnen,
um einen oder zwei Computertipps zu kaufen.
Tags darauf ist die Ziehung.
Die Glückszahlen werden weiß Gott wo
überall veröffentlicht: Im Fernsehen nach dem Wetter,
im Internet unter einer Adresse,
die sich kein Schwein merken kann,
im Radio zwischen der Filmbesprechung
und dem Blumendoktor
und in manchen Tageszeitungen.
Der Abschnitt des Lottoscheins
liegt seit Tagen beim Katzenfutter,
die Zahlen verglichen hat sie noch nicht.
Sie geht einkaufen, macht die Wäsche,
packt die Reisetasche und fährt
mit den Kids aufs Land.
Als ich das Futter für meinen Kater nachfülle,
fällt mir der Schein auf. Sie hat um 4 Euro gespielt.
Ich werfe den PC an, google mir die Lottoergebnisse
und tippe die zwölfstellige Registriernummer ein.
Gleich leuchtet es in gelber Schrift auf grünem Grund auf:
„Gratulation, Sie haben gewonnen!“
Und weiter unten werden als Gewinnsumme
200.000 Euro ausgewiesen. - Donnerwetter!
Vergesslichkeit hin und Schlamperei her -
mein Mädchen hat auch ein paar gute Seiten,
und ich beschließe doch bei ihr zu bleiben!
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